Alter Stoff im neuen Gewand

Der Stoff ist bekannt. Alte Besserwisser und ein junger Vordenker. Verletzte Ehre. Übermut. Eine Wette. In 80 Tagen soll die Welt umrundet werden.

Fernreise zu Hause

In Berlin findet eine heftige parlamentarische Debatte statt. Die neoliberale Fraktion will die bis dahin für multikulturelle Projekte zur Verfügung stehenden Mitteln an sich reißen. Ihr neuer politischer Slogan heißt: „Fernreisen zu Hause“. Ihrer Meinung nach soll das durch Ausländer erwirtschaftete Bruttosozialprodukt in der Region bleiben und die Berlin-Brandenburger Wirtschaft ankurbeln.

Ein As im Ärmel

In 80 Tagen soll im Senat über die Mittelvergabe entscheiden werden. Bis dahin wollen die Neoliberalen Beweise liefen, um die bisherige Integrationspolitik als Verschwendung öffentlicher Gelder zu entblößen. Als Joker haben sie den Genforscher und Anthropologen Piotr Foksalski im Ärmel.

Multikulti als Humbug

Foksalski wurde vom Bundesbeauftragen für Integrationspolitik soeben zum Ausländer des Jahres erklärt, doch lehnte er die Auszeichnung aufgrund seiner Forschungsergebnisse ab. Foksalski soll in Begleitung eines Fernsehnteams die Berliner Ausländeroasen durchkämmen, um sichtbare Beweise zu liefern, dass der Genotyp „Ausländer“ eine multikulturelle Integration eindeutig ausschließt. Es bleiben 80 Tage Zeit um die entsprechenden Beweise zu liefern.

So weit die Fiktion

“80 Tage" ist ein inszenierter Dokumentarfilm. Die fiktive Auseinandersetzung der Fraktionen im Senat bringt die Geschichte ins Rollen und bestimmt die Dramaturgie. Doch diese Fiktion setzt den Weg und seinen Verlauf nicht voraus. „80 Tage“ zeigt den Berliner Alltag mit trocknem, absurdem Humor und mit Ironie. Unsere beiden Antihelden – Adam und Piotr - suchen nach der nackten Wahrheit, auch wenn diese schmerzt und einem das Lachen oft im Halse stecken bleibt. Ihre Reise durch die Oasen (Ghettos?) des Berliner Multikulti-Lebens ist nichts anderes, als ihre kleine Antwort auf die Herausforderungen der globalen Gesellschaft.

 

Autoren: Gusowski / Mordel / Miglus
Produzenten: Zastrożny / Miglus / Gusowski
Produktion: vacant filmproduktion gbr / club der polnischen versager
Gefördert vom Deutsch-polnischen Co-Development Fond

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